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Die FĂ€lscher
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Die FĂ€lscher ist ein österreichisch-deutscher Spielfilm. Der vom Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky inszenierte Film basiert auf einem realen Geschehen und handelt vom grĂ¶ĂŸten GeldfĂ€lschungsprogramm der Nationalsozialisten wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs, der Aktion Bernhard. Das Drehbuch basiert auf dem Buch Des Teufels Werkstatt. Im FĂ€lscherkommando des KZ-Sachsenhausen von Adolf Burger (1989).

Die UrauffĂŒhrung des Films fand auf der Berlinale 2007 statt.cite-ref-3[3] Kinostart in Deutschland war am 22. MĂ€rz 2007, in Österreich tags darauf. Im Februar 2008 gewann der Film den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film – es war der erste Oscar fĂŒr einen österreichischen Beitrag ĂŒberhaupt. Der Film wurde in Deutschland am 1. Oktober 2007 als DVD veröffentlicht und in Österreich am 10. Oktober 2008 als Nummer 101 der Edition Der österreichische Film. Im deutschen Free-TV war Die FĂ€lscher erstmals am 28. Januar 2009 im ZDF zu sehen.

Contents

‱ Handlung
‱ Produktion
‱ Hörfilm
‱ Rezeption
‱ Kritiken
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Handlung

Ein heruntergekommener Mann will ein Zimmer in einem Luxushotel in Monte-Carlo mieten. Auf Nachfrage des skeptischen Portiers zieht er aus einer Tasche ein dickes GeldbĂŒndel mit Dollarnoten. SpĂ€ter lĂ€sst sich der Mann neu einkleiden und rasieren und besucht das Casino. Er lernt dort eine Frau kennen und verbringt mit ihr die Nacht. Mit Schrecken stellt die Frau am Unterarm des Mannes eine tĂ€towierte Nummer fest, die ihn als Überlebenden eines Konzentrationslagers verrĂ€t.

Es folgt eine RĂŒckblende: Im Berlin des Jahres 1936 ist Salomon Sorowitsch eine Figur der Halb- und Unterwelt. Mit dem FĂ€lschen von Ausweisen, Dokumenten und Geld verdient er seinen Lebensunterhalt. Schließlich wird er von dem Berliner Kriminalbeamten Herzog verhaftet und kommt ins Konzentrationslager Mauthausen. Dort nutzt er sein Können als Maler, um bei der LagerfĂŒhrung der SS VergĂŒnstigungen fĂŒr sich herauszuschlagen. FĂŒnf Jahre spĂ€ter wird er ins KZ Sachsenhausen ĂŒberstellt. Auf der Reise in einem Viehwaggon lernt er den sowjetischen HĂ€ftling Kolja kennen und teilt seine Essensration mit ihm. In Sachsenhausen werden Sorowitsch, Kolja und ein paar andere HĂ€ftlinge gesondert in einer Halle empfangen. Es begrĂŒĂŸt sie der ehemalige Kriminalbeamte Herzog, der nun im Rang eines SS-SturmbannfĂŒhrers die „Aktion Bernhard“ leitet: Ihr Ziel ist die FĂ€lschung auslĂ€ndischer Sorten (Banknoten) im großen Stil. Die HĂ€ftlinge wurden offenbar aufgrund ihrer Fertigkeiten fĂŒr die Geheimoperation ausgewĂ€hlt.

Relativ privilegiert dĂŒrfen die als FĂ€lscher arbeitenden HĂ€ftlinge in einem abgesonderten Bereich des Konzentrationslagers arbeiten und leben. Sie werden besser versorgt und dĂŒrfen einmal pro Woche duschen. Dennoch werden auch sie schikaniert und permanent mit dem Tode bedroht. Sollten sie die AuftrĂ€ge nicht erfĂŒllen, ist ihr Ende nah. ZunĂ€chst mĂŒssen britische Pfund-Noten gefĂ€lscht werden. Lange scheitert dies am Papier. Sorowitsch kommt auf eine Idee, wie das Originalpapier besser imitiert werden kann. Ein deutscher Agent reist daraufhin nach ZĂŒrich und lĂ€sst die gefĂ€lschten Noten in einer Bank prĂŒfen. Diese kann keine FĂ€lschung erkennen. Ebenso lĂ€sst er von der Bank of England die Echtheit der BlĂŒten ĂŒberprĂŒfen. Herzog ist begeistert von Sorowitsch und den anderen FĂ€lschern, schmeichelt ihnen und versorgt sie gelegentlich mit Zigaretten. Zur Belohnung erhalten sie zudem eine Tischtennisplatte. Ist Herzog abwesend, fĂŒhrt dessen Stellvertreter SS-HauptscharfĂŒhrer Holst hingegen ein WillkĂŒrregime, prĂŒgelt und tötet gelegentlich Mitgefangene.

Der nĂ€chste Auftrag ist die FĂ€lschung von US-Dollar-Noten. Dies will ĂŒber Monate hinweg nicht gelingen. Der anfangs joviale Herzog erhöht nun den Druck. Seine Karriere steht auf dem Spiel und aus Berlin wird er aufgefordert, endlich die falschen Dollar-Noten zu liefern. Schließlich keimt der Verdacht auf, jemand unter den FĂ€lschern sabotiere das Projekt. Einer der HĂ€ftlinge, der Kommunist Burger, gibt dies seinen Mitgefangenen gegenĂŒber auch zu. Er ist dagegen, das Dritte Reich mit Falschgeld zu versorgen, was den Krieg nur verlĂ€ngern wĂŒrde. Der Druck auf Burger wĂ€chst, als Herzog fĂŒnf HĂ€ftlinge aussucht, die sterben mĂŒssen, sollte die FĂ€lschung der Dollar-Noten nicht binnen vier Wochen gelingen. Im letzten Moment meldet Sorowitsch, dass die FĂ€lschung erfolgreich war. Herzog ist begeistert, zugleich weiß er schon, dass das Kriegsende nahe ist. Plötzlich gibt er sich gegenĂŒber Sorowitsch als ehemaliger Kommunist zu erkennen und meint, nun gelte es, sich der Zukunft zu widmen. Von Sorowitsch lĂ€sst er sich mit Schweizer Papieren ausstatten. Schließlich rĂŒcken die Alliierten nĂ€her, und die Wachmannschaft flieht. Sorowitsch lĂ€sst Herzog entkommen, nimmt aber dafĂŒr dessen „Privatvorrat“ an DollarblĂŒten an sich. Die FĂ€lscher sehen sich mit den anderen, nicht privilegierten HĂ€ftlingen des KZ konfrontiert: ausgehungerte Gestalten, die sich bewaffnet haben. Sie halten die normal genĂ€hrten FĂ€lscher zunĂ€chst fĂŒr Angehörige der SS. Doch TĂ€towierungen an den Armen einiger FĂ€lscher beweisen, dass sie in Auschwitz gefangen waren.

ZurĂŒck in Monte Carlo sitzt Sorowitsch wieder am Kartentisch. Man sieht seine Karten, vier Asse. Trotz seines sicheren Sieges legt er die Karten weg und steht auf. Daraufhin nimmt er sein ganzes Geld aus seinem Safe, geht zurĂŒck ins Casino und begibt sich an den Roulette-Tisch. Dort setzt er sein ganzes Vermögen wahllos, bis er am Ende noch einen Chip ĂŒbrig hat, den er dem Croupier fĂŒr den Tronc ĂŒbergibt. In der Schlussszene sitzt er mit der Frau vom Anfang des Filmes auf einer Bank am Strand, sie sagt bedauernd: „Das viele Geld!“ In der letzten Einstellung tanzen sie im Morgengrauen am Strand, sie wiederholt: „Das viele Geld!“ Sorowitsch antwortet: „Wir können ja neues machen.“

Hintergrund

Der Film basiert auf den Erinnerungen Adolf Burgers zur realen Geschichte der grĂ¶ĂŸten GeldfĂ€lschungsaktion der Nationalsozialisten wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges, die unter dem Decknamen „Aktion Bernhard“ durchgefĂŒhrt wurde. Gegen Kriegsende wurden die GerĂ€te und Materialien zur GeldfĂ€lschung sowie Kisten mit Falschgeld im österreichischen Toplitzsee versenkt und erst Jahre spĂ€ter wiedergefunden. Befragt danach, ob er ein spezielles Interesse am Nationalsozialismus habe, meinte der Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky mit Hinblick auf sein Heimatland Österreich: „Wenn man in einem Land lebt, wo die rechtspopulistischen Parteien FPÖ und BZÖ mit ihrer unertrĂ€glichen ideologischen NĂ€he zu nationalsozialistischem Denken konstant um die 20 % der WĂ€hler gewinnen und genauso unertrĂ€glicherweise sogar an der Regierung beteiligt wurden, hat man schon mal das dringende BedĂŒrfnis, sich mit so einem Thema auseinanderzusetzen.“cite-ref-4[4]

Die Namen der dargestellten historischen Personen außer dem Adolf Burgers wurden fĂŒr den Film geĂ€ndert, da die meisten bereits verstorben waren und somit nicht mehr um ihr EinverstĂ€ndnis gebeten werden konnten. Die Hauptrolle Salomon Sorowitsch basiert auf dem russischen KĂŒnstler Salomon Smolianoff, der wĂ€hrend der Revolutionswirren 1917 aus Russland nach Berlin geflohen war und dort begonnen hatte, britische Pfundnoten zu fĂ€lschen, da er von seinen Einnahmen als KĂŒnstler allein nicht ĂŒberleben konnte. Er war 1936 verhaftet und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden, nach deren VerbĂŒĂŸung er ins Konzentrationslager Mauthausen kam. Die Rolle des SS-SturmbannfĂŒhrers Friedrich Herzog basiert auf Bernhard KrĂŒger, dem ehemaligen Leiter der GeldfĂ€lscherbekĂ€mpfung.cite-ref-5[5]

Der Schauspieler August Diehl bereitete sich durch lange GesprĂ€che mit Adolf Burger auf seine Rolle vor. In der TV-Sendung „Gero von Boehm begegnet 
“ erzĂ€hlte er, dass ihm der Zugang zur Rolle des Opfers schwerer fiel als die des SS-Mitglieds in Der neunte Tag. „Das GefĂŒhl von Macht und MachtausĂŒbung und sich selber groß fĂŒhlen und in einem System zu dienen, wo man was zu sagen hat, das kenne ich mehr, sag ich mal, als ein Opfer in einem KZ zu sein.“cite-ref-6[6]

Produktion

Der Film ist eine Koproduktion der Wiener Aichholzer Film mit der deutschen Magnolia Filmproduktion und Studio Babelsberg Motion Pictures.

Die Produktionskosten betrugen je nach Angabe zwischen 3,5cite-ref-7[7] und 4,2 Millionencite-ref-8[8] Euro.

Der Film wurde zwischen MĂ€rz und Mai 2006 in Wien, Monte Carlo, Brandenburg und Potsdam gedreht. Der ĂŒberwiegende Teil der Dreharbeiten, vor allem die Aufnahmen in und um die Baracken des Konzentrationslagers, entstanden in Kulissen in den Ateliers und Außenbereichen von Studio Babelsberg.cite-ref-9[9]

Der Film ist im Verleih von Universum Film (Deutschland) und Filmladen (Österreich) und wird international von Beta Cinema vertrieben, derjenigen Produktionsfirma, die bereits den Oscar-prĂ€mierten Film Das Leben der Anderen vertrieben hat.

UrsprĂŒnglich sollte der Film Der FĂ€lscher heißen. In den ersten Förderentscheiden des Österreichischen Filminstituts vom 25. Mai 2004 (Projektentwicklung/Projektförderung, 31.800 Euro) und vom 24. Mai 2005 (Herstellungsförderung/Projektförderung, kein Förderlimit angegeben) wurde der Film unter diesem Titel und mit Beschreibung auf eine Hauptperson – der FĂ€lscher – angegeben.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]

Nationale Zuordnung

Im österreichisch-deutschen Koproduktionsabkommen ist die nationale Zuordnung eines Films an das Land des „Hauptproduzenten“, also jener Produktionsgesellschaft, die fĂŒr die Mehrheit der Herstellungskosten aufkommt, gebunden. Abweichungen von dieser Zuordnungsregel, etwa zum Zwecke von Festivaleinreichungen, können vertraglich festgelegt werden. Dies ist jedoch genau so wie die exakte Höhe und Aufteilung der Produktionskosten nicht bekannt. Hinzu kommen Filmförderungen aus beiden LĂ€ndern sowie von der EU, die eine Aufteilung der tatsĂ€chlichen Kosten zusĂ€tzlich verwĂ€ssern. In Interviews mit der deutschen Zeitschrift Stern gaben der Regisseur sowie eine der Produzentinnen der Magnolia Film an, der Film sei je zur HĂ€lfte mit österreichischen und deutschen Geldern finanziert worden und eine nationale Zuordnung daher Ansichtssache.cite-ref-12[12] Offizielle Stellen und Filmdatenbanken in Deutschland und Österreich weisen den Film wahlweise als deutsche Produktion mit österreichischer Koproduktion oder umgekehrt aus.

Förderungen

FĂŒr die Produktion und zum Teil auch fĂŒr den Vertrieb erhielt der Film in den ProduktionslĂ€ndern sowie von der EU zahlreiche Förderungen. FĂŒr die Herstellung bekam der Film in Österreich rund 1,74 Millionen Euro.cite-ref-13[13] Österreichische Förderer waren das staatliche Filminstitut (526.600 Euro zugesagtcite-ref-fwb07-05-s67-14-0[14], 461.214 ausgezahltcite-ref-fwb07-06-s80-15-0[15]), der Filmfonds der Stadt Wien (468.200 Euro zugesagtcite-ref-fwb07-05-s67-14-1[14], 427.969 ausgezahltcite-ref-fwb07-06-s80-15-1[15]), das Land Oberösterreich (Förderung im mittleren zweistelligen 10.000er-Bereich zugesagtcite-ref-16[16]) und das Land Niederösterreich (50.000 Euro zugesagtcite-ref-fwb07-05-s67-14-2[14] und ausgezahltcite-ref-fwb07-06-s80-15-2[15]).

Aus Deutschland kamen Förderungen von der Filmförderung Hamburg, dem FilmFinanzierungsFonds Hessen-Invest (Darlehen ĂŒber 65.000 Eurocite-ref-17[17]), dem Medienboard Berlin-Brandenburg (5.000 Euro fĂŒr die FestivalprĂ€senz an der Berlinale 2007cite-ref-18[18]) sowie der staatlichen FFA (60.000 Euro Verleihförderungcite-ref-19[19]). Auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ORF (im Rahmen des Film-/Fernseh-Abkommens, 696.000 Eurocite-ref-fwb07-05-s67-14-3[14]) und ZDF beteiligten sich finanziell.

Die EU förderte den Film im Rahmen ihres MEDIA-Programmes unter anderem mit 407.000 Euro Vertriebsförderung – das entspricht mehr als der HĂ€lfte der gesamten Vertriebsförderung von 710.000 Euro fĂŒr österreichische Filme im Jahr 2007. Mit diesen Geldern wurde der Vertrieb des Films in den zehn LĂ€ndern DĂ€nemark, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Polen, Schweden, Spanien, Vereinigtes Königreich und Ungarn gefördert.cite-ref-20[20] Insgesamt wurde Die FĂ€lscher mit 655.000 Euro aus dem MEDIA-Programm gefördert.cite-ref-21[21]

Hörfilm

FĂŒr Fernsehausstrahlungen erstellte das ZDF 2009 eine Audiodeskription des Films, die 2010 fĂŒr den deutschen Hörfilmpreis nominiert wurde. Die Bildbeschreibungen werden von Uta Maria Torp gesprochen.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]

Rezeption

Einspielergebnis

Weltweit spielte der Film rund 19 Millionen US-Dollar ein, davon rund 5,5 Millionen Dollar (bei 623.802 Besuchern) in den USA als erfolgreichster Absatzmarkt. Den zweitgrĂ¶ĂŸten Beitrag zum Gesamteinspielergebnis lieferte Spanien mit umgerechnet 3,9 Millionen US-Dollar (434.000 Besucher), gefolgt von Österreich (1,8 Mio. / 190.000 Besucher), Australien (1,4 Mio.), dem Verleihmarkt Großbritannien, Irland und Malta (gemeinsam rund 1,3 Mio.), Mexiko (0,8 Mio.), Deutschland (0,6 Mio.) und Japan (0,5 Mio.).cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]

Der Film wurde in vielen Kinos nach dem Oscar-Gewinn erneut oder erstmals ins Programm aufgenommen. In Österreich verdreifachte Die FĂ€lscher in der Folge seine Besucherzahlen von weniger als 60.000 Besuchern vor MĂ€rz 2008 auf 190.027 Besucher bis Ende August 2008.cite-ref-27[27] In Deutschland sahen den Film bisher 84.824 Personen – deutlich weniger als andere österreichisch-deutsche Koproduktionen wie Free Rainer (150.000 Kinobesuche) oder der Dokumentarfilm Am Limit (190.000 Kinobesuche).cite-ref-28[28]

Auszeichnungen

‱ 2008: Oscar: Bester fremdsprachiger Filmcite-ref-29[29]
‱ 2007: Internationales Filmfestival St. Petersburg: Publikumspreis
‱ 2007: Deutscher Filmpreis: sieben Nominierungen, Devid Striesow Bester Nebendarsteller
‱ 2007: Semana Internacional de Cine de Valladolid: Karl Markovics Bester Schauspielercite-ref-30[30]
‱ 2007: Internationales Filmfestival Gent: Großer Preis der Jury als Bester Filmcite-ref-31[31]
‱ 2007: Middle East International Film Festival – Abu Dhabi: Black Pearl fĂŒr Karl Markovics als Bester Schauspieler.cite-ref-32[32]

Kritiken

‱ Der Standard, Bert Rebhandl, 23. MĂ€rz 2007:cite-ref-33[33] „Ruzowitzky inszeniert sehr effektvoll einen moralischen Zweikampf: Hier der wendige Sorowitsch, da der aufrechte Burger. Auf der anderen Seite die Peiniger: Neben dem dekadenten Herzog ist es Aufseher Holst (Martin Brambach), der es an Sadismus nicht mangeln lĂ€sst und der oft wie eine Karikatur aller hĂ€sslichen Nazis der Filmgeschichte wirkt. [
] Ruzowitzky ist als Regisseur durch neuere Ästhetiken geprĂ€gt. Die FĂ€lscher ist vielfach mit Handkamera (Benedict Neuenfels) gedreht, wichtige Szenen sind durch Manipulation des Tons betont, an manchen Stellen könnte man an eine MTV-Version von Schindlers Liste denken, dann auch wieder an Filme wie Gillo Pontecorvos Kapo aus den FĂŒnfziger- und Sechzigerjahren, als man sich ĂŒber die Darstellung der Konzentrationslager noch keine großen Gedanken machte. Diese UnbekĂŒmmertheit ist auch Ruzowitzky eigen. Er orientiert sich mit Die FĂ€lscher an einer altmodischen Form des europĂ€ischen Kinos, die eigentlich schon historisch zu sein schien, die aber hier noch einmal mit neuen technischen Finessen auf Vordermann gebracht wird.“

‱ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. MĂ€rz 2007:cite-ref-filmzeit-34-0[34] „So einladend aberwitzig der Plot klingt, so konventionell sieht der Film aus: entsĂ€ttigte Farben, karge LagerrĂ€ume und ein Personal, das kaum je ĂŒber die grobe Typisierung hinauskommt. Stefan Ruzowitzky tut zu wenig, um dem spektakulĂ€ren Stoff eine spannende Form zu geben. Nach einer Stunde hat der Film seinen Spannungsbogen verloren.“

‱ Die Zeit, Susanne Schmetkamp, 22. MĂ€rz 2007:cite-ref-filmzeit-34-1[34] „Eine sehr direkte ErzĂ€hlweise und eine durch die agile Handkamera von Benedict Neuenfels erzeugte Ästhetik der GegenwĂ€rtigkeit ziehen den Zuschauer in das Geschehen, ohne dass je die Grenze zum Betroffenheitskino ĂŒberschritten wĂŒrde. Und dass sich die Konflikte in den Gesichtern und an der Körpersprache ablesen lassen, ist nicht nur dem Schauspiel, sondern eben auch dieser hochaufmerksamen Kamera zu verdanken. Sie fĂ€ngt die kleinsten Details ein.“

‱ Lexikon des Internationalen Films:cite-ref-35[35] „Ein kammerspielartig inszeniertes, darstellerisch hervorragendes Drama nach historisch verbĂŒrgten Ereignissen, das den Gewissenskonflikt seiner Protagonisten ins Zentrum der Handlung stellt, sich selbst jedoch einer eindeutigen Parteinahme enthĂ€lt.“

‱ kino.de:cite-ref-36[36] „Auf einer wahren Begebenheit fußt Stefan Ruzowitzkys („Anatomie“) packendes Drama, das einerseits die klaustrophobische Enge der Locations nutzt, um Spannung zu erzeugen, andererseits aber ernsthaft elementaren moralischen Fragen auf den Grund geht. Mit Karl Markovics und August Diehl hochkarĂ€tig besetzt, mag „Die FĂ€lscher“ zwar eine Geschichte aus der Vergangenheit erzĂ€hlen, das Thema ist jedoch höchst aktuell und brisant.“

Literatur

‱ Cioma Schönhaus: Der PassfĂ€lscher : die unglaubliche Geschichte eines jungen Grafikers, der im Untergrund gegen die Nazis kĂ€mpfte : mit Zeichnungen des Autors, bearbeitet, mit einem Nachwort versehen und herausgegeben von Marion Neiss, Frankfurt am Main : FISCHER Taschenbuch, Februar 2022, ISBN 978-3-596-16446-2
‱ Der Roman Geld wie Heu von Will Berthold setzt sich ebenfalls mit der Geschichte der Aktion Bernhard auseinander; allerdings aus der Sicht der CIC-Mitarbeiter, deren Aufgabe es ist, das Falschgeld sicherzustellen. Goldmann Verlag, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-442-06420-1.

Weblinks

Commons

: Die FĂ€lscher

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Filmseite
‱ Die FĂ€lscher bei IMDb
‱ Die FĂ€lscher bei filmportal.de
‱ Interview mit Karl Markovics und Stefan Ruzowitzky
‱ Interview mit Regisseur Stefan Ruzowitzky zu „Die FĂ€lscher“ auf filmnews.at

Einzelnachweise

cite-note-fsk-11. Freigabebescheinigung fĂŒr Die FĂ€lscher. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2006 (PDF; PrĂŒf­nummer: 107 920 K).
cite-note-jmk-22. Alterskennzeichnung fĂŒr Die FĂ€lscher. Jugendmedien­kommission.
cite-note-33. ↑ Die FĂ€lscher, Jahresarchiv der Berlinale, abgerufen am 26. Februar 2008
cite-note-44. ↑ www.diefaelscher.com – Interview mit Stefan Ruzowitzky
cite-note-55. ↑ www.j-zeit.de (Memento vom 12. MĂ€rz 2008 im Internet Archive) – Interview mit Adolf Burger
cite-note-66. ↑ Sendung „Gero von Boehm begegnet: August Diehl“, ausgestrahlt am 7. April 2008, 22:25 Uhr auf 3sat
cite-note-77. ↑ GĂŒnter Baumann: ‚Die FĂ€lscher‘: Nur 40.000 Zuseher in Österreich Österreich, ca. Februar 2008, nach der Oscarverleihung (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-88. ↑ bildungsklick.de – „Ein Kompliment fĂŒr das Filmland Hessen“, Pressemeldung des Hessischen Ministeriums fĂŒr Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden, 24. Januar 2008
cite-note-99. ↑ PNN: Gold fĂŒr die FĂ€lscher, Potsdamer Neueste Nachrichten, 26. Februar 2008 (abgerufen am 6. November 2013)
cite-note-1010. ↑ Information des Filminstituts zum Antragstermin 24. Mai 2005 (Memento vom 3. Januar 2007 im Internet Archive) Österreichisches Filminstitut, S. 1 (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-1111. ↑ Information des Filminstituts zum Antragstermin 25. Mai 2004 (Memento vom 15. Mai 2005 im Internet Archive) Österreichisches Filminstitut, S. 2 (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-1212. ↑ Karin Zintz/DPA: ‚Die FĂ€lscher‘ und ‚Der Mongole‘ – Deutsch-österreichische ‚Oscar‘-TrĂ€ume. In: Stern, 24. Februar 2008 (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-1313. ↑ Filmwirtschaftsbericht 2007, facts + figures 2006, S. 69
cite-note-fwb07-05-s67-1414. ↑ Filmwirtschaftsbericht 2007, facts + figures 2005, S. 67
cite-note-fwb07-06-s80-1515. ↑ Filmwirtschaftsbericht 2007, facts + figures 2006, S. 80
cite-note-1616. ↑ land-oberoesterreich.gv.at: Aus der Sitzung der Oö. Landesregierung: Über 350.000 Euro fĂŒr Filmförderung (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)
cite-note-1717. ↑ FilmFinanzierungsFonds Hessen-Invest Film II (Memento vom 6. April 2008 im Internet Archive), www.hessen-invest-film.de (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-1818. ↑ Förderentscheidungen Dezember 2006 bis Februar 2007. (Memento vom 19. Januar 2008 im Internet Archive) Medienboard Berlin-Brandenburg (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-1919. ↑ FFA vergibt ĂŒber 2 Millionen Euro Verleihförderung und Medialeistungen 28. Februar 2007 (abgerufen am 29. Dezember 2008)
cite-note-2020. ↑ Filmwirtschaftsbericht 2008, facts + figures 2007 (PDF), Österreichisches Filminstitut, S. 77 (Seite abgerufen am 3. September 2014)
cite-note-2121. ↑ europa-foerdert-kultur.info: MEDIA Vorproduktion (Memento vom 29. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
cite-note-2222. ↑ Die FĂ€lscher in der Hörfilm-Datenbank des Hörfilm e. V.
cite-note-2323. ↑ 8. Deutscher Hörfilmpreis 2010
cite-note-2424. ↑ Filmwirtschaftsbericht 2009, Facts & Figures 2008. (PDF) In: filminstitut.at. S. 40, ehemals im Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen im April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.filminstitut.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
cite-note-2525. ↑ Einspielergebnisse laut www.boxofficemojo.com, abgerufen am 4. September 2008
cite-note-2626. ↑ Cinema, Ausgabe 08/2008, S. 120
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cite-note-2828. ↑ www.ffa.de – Filmhitlisten Deutschland (Seite abgerufen am 4. September 2008)
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